Wie alles begann…

20.04.2011

Ich bin Morgens wachgeworden und mir fiel direkt auf, das mein kompletter rechter Arm wie „eingeschlafen“ war. Dachte mir erst nichts dabei – hätte ja auch falsch gelegen haben können. Den ganzen Tag über war keine Verbesserung zu spüren. Eher im Gegenteil. Das schreiben am Laptop viel mir schwer – Ich vertippte mich sehr oft, da ich nicht die volle Kontrolle über meinen Arm hatte. Auch Zigaretten fielen mir ab und zu aus der Hand. Ich dachte mir: ,,Och, am nächsten Tag ist das bestimmt wieder weg.“ – Falsch gedacht! Der ganze Spaß ging wieder von vorne los. Wollte aber dennoch keinen Arzt aufsuchen.
Am dritten Tag war ich allerdings so stutzig, dass ich mir die Meinung eines Arztes wenigstens einmal anhören wollte. Es war Karfreitag, alle Praxen hatten zu. Egal – Notdient angerufen! Denn das lies mir keine Ruhe. Ich sollte auch direkt vorbeikommen. Habe dem Arzt meine Beschwerden erklärt. Er machte mit mir einige Tests wie z.B.: Augen zu machen und die Nase mit einem Finger berühren. Oder: Seine Hände festhalten und einmal kräftig drücken … Das konnte ich allerdings nicht, denn mein Arm war völlig kraftlos. Er rief daraufhin sofort in einem Krankenhaus an, wo ich auch sofort hinkommen sollte.
Ich fuhr zum Krankenhaus. Dort erzählte ich den Ärzten noch einmal meine Beschwerden und es folgten wieder einige Tests. Als die Ärzte merkten, wie kraftlos mein Arm war, kam ich erstmal in den CT und es wurden Aufnahmen meines Schädels gemacht. Dort war dann auch ein Herd sichtbar. Die Ärzte sagten mir, dass ich im Krankenhaus bleiben müsste – Na toll! Panische Angst gehabt, dass es eventuell ein Tumor hätte sein können.
Einige Stunden später wurde mir Gehirnwasser (Nervenwasser) aus dem Rückenmark entnommen. Da ja leider Karfreitag war, musste ich also paar Tage im Krankenhaus bleiben, bis meine Werte da waren. Es folgten jeden Tag mehrere Tests und Blutabnahmen. Und da die Ärzte bei mir ,,Multiple Sklerose“ vermuteten, bekam ich einige Cortison Infusionen. Diese halfen mir sehr. Ca. 3 Tage später, bekam ich wieder Kraft und Gefühl in meinen Arm. Nach ganzen 11 Tagen im Krankenhaus kamen dann auch endlich meine Werte an. Bei der Visite hat man mir dann gesagt, dass der Herd, der sich in den CT Aufnahmen zeigte entzündlich sei und deshalb ,,Multiple-Sklerose“ bei mir vermutet wird.
Da ich wieder Kraft und Gefühl in meinen Arm hatte, durfte ich auch endlich wieder nach Hause.

Es folgten regelmäßige Besuche beim Neurologen und MRT Kontrollen (alle 3 Monate).
Der Herd wurde inaktiv und hatte sich vernarbt.

Ca. ein halbes Jahr später (November) wachte ich Morgens auf und konnte auf einmal sehr schlecht sehen. Mein erster Blick fiel Morgens immer direkt auf mein Handy (Wecker) und ich sah alles verschwommen. Dachte mir mal wieder nichts dabei. Als dieses jedoch einige Tage anhielt, folgte ein Besuch beim Neurologen. Ich bekam eine Cortison Stoß-Therapie (Jeden Tag eine Infusion. 5 Tage lang) und musste nochmal in den MRT zur Kontrolle. Dort war aber kein neuer Herd sichtbar. Nach den 5 Tagen Cortison konnte ich wieder normal sehen und alles klar erkennen. Der Neurologe ging von einem neuen ,,Schub“ aus. Wir einigten uns aber darauf, dass wir noch nicht dauerhaft behandeln und auf einen weiteren Schub oder einen Herd in den MRT Aufnahmen warten werden.

Ca. 1 1/2 Jahre war dann endlich Ruhe und ich erfreute mich an den Gedanken, dass ich eventuell doch nicht an ,,Multiple Sklerose“ erkrankt bin……………